Gregorio; Teneriffa - Wanderland auf Teneriffa Teneriffa: Wandern mit Gregorio - Wanderprogramm"

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Mit freundlicher Genehmigung von "Wanderland - das Magazin der Schweizer Wanderwege SAW

Wandern auf Teneriffa

Schluchten statt Sand


Text: Barbara Steinmann. Bilder: Lukas Meier

Jährlich besuchen über 4 Millionen Touristen Teneriffa. Die meisten kommen wegen der Strände im Süden, doch immer mehr entdecken die Insel auch zu Fuss.

Knapp fünf Stunden dauert der Flug ins Ferienparadies. Nach den Weiten des Atlantiks ragt plötzlich der Vulkankegel des Pico del Teide aus dem Meen Der höchste Berg Spaniens ist das Wahrzeichen Teneriffas. Von seiner Spitze überblickt man einen Grossteil des kanarische Archipels, der 340 Kilometer vor der Küste Westafrikas liegt. Entsprechend ist das Klima, ganzjährig angenehm warm, und mit ein wenig Inselkenntnis findet man praktisch immer eine Ecke mit Sonnenschein.

Im Loorbeer-(Nebel)wald
Wir beginnen im Nebel und fahren in den wilden Nordosten. Auf einer abenteuerlichen Strasse kurven wir ins Anaga-Gebirge hinauf. Bald umhüllt uns dichter Passatnebel, der die prächtigen Loorbeerwälder in den Kammlagen mit Feuchtigkeit versorgt. Zusammen mit dem Teno-Gebirge im Westen ist das Anaga-Massiv der geologisch älteste Teil Teneriffas. Schroffe Küstenberge bis über 1000 Meter und wilde Schluchtlandschaften formen diesen Inselteil, der vor rund 7 Millionen Jahren aus vulkanischer Tätigkeit entstand. Urtümlich ist das erodierte Land geblieben. Erst in den sechziger Jahren wurde das Anaga mit wenigen Stichstrassen bis zur Küste hinunter erschlossen. Davor war das Eck extrem abgeschieden. Wie beschwerlich der "Landweg" war, kann man beim Begehen der schlecht markierten Bergpfade erahnen. Unvergesslich der Abstieg vom Bergnest Afur zur Playa del Tamadite. Durch einen weiten Barranco (Schlucht) wandern wir an verwilderten Gärten, Schilf und Wolfsmilchgewächsen vorbei zu einem der schönsten Kiesstrände der Insel hinab. Die malerische Bucht wird von zwei Hütten überwacht, der Atlantik rollt donnernd herein, wir möchten am liebsten bleiben. Doch der Küstenweg hinüber nach Taganana oder der wilde Aufstieg zum Bergort Taborno warten.
Unterwegs bestaunen wir die Terrassenfelder mit Kartoffeln und Weizen, welche die Bewohner bis heute in mühsamer Handarbeit an den Steilhängen anlegen. Die Dörfer kleben wie Bienenwaben an den Kreten, besonders eindrücklich bei Chinamada, wo die Einwohner in einfachen "Höhlenhäusern" wohnen. Nach einem Café in der Bar wandern wir zur Punta del Hidalgo hinab. Der Blick schweift über die zerklüftete Steilküste und zur Landzunge von Hidalgo mit ihren Bananenplantagen und dem weit sichtbaren Leuchtturm. Viel einsamer steht dagegen der Faro de Anaga im östlichsten Inselzipfel und leuchtet Schiffen den Weg. Er ist nur über einsame Bergpfade zu erreichen. Als Ausgangspunkte locken der Küstenort Almaciga oder das Bergnest Chamorga, die mit dem Linienbus erschlossen sind. Dazwischen liegen bizarre Barrancos und wilde Steilküsten und der Felsenzahn des Roque de Dentro. Hier treffen wir auf den ersten Drachenbaum. Der rote Saft des baumartigen Agavengewächses wurde von den Ureinwohnern zum Einbalsamieren der Toten verwendet. Während der Drachenbaum auf ganz Makronesien (Kanaren und Madeira) vorkommt, ist der über 2 Meter hohe rote Teide-Natternkopf auf Teneriffa endemisch.

Aufs Dach der Insel
Im Frühsommer kann man die eindrückliche Pflanze in den Cañadas bestaunen. Die riesige Vulkanschüssel bildet das Zentrum des Teide-Nationalparks. Tagsüber droht die einmalige Landschaft zum Touristenspektakel zu verkommen. Busse und Mietautos strömen in die Hochebene und deponieren ihren Inhalt bei den zwei sehenswerten Besucherzentren oder der Talstation der Teide-Seilbahn. Von dort können Besucher bis knapp unter den Gipfel schweben. Fürs letzte Wegstück zur 3718 Meter hohen Spitze brauchts eine Bewilligung, die man nur in Santa Cruz bekommt! Damit keiner unerlaubt hochsteigt, kontrolliert ein Parkwächter die Gipfelstürmer.
Wir vermeiden den Rummel und ziehen früh los. Die Cañada-Hochfläche ist in fahles Mondlicht getaucht. Nach einer guten Stunde kommen wir an mächtigen Lavakugeln vorbei, auch Teide-Eier genannt. Danach folgt das lange Geröllfeld zur Altavista-Hütte, und von dort sind es nochmals 500 Höhenmeter zum Gipfel. Kurz nach Sonnenaufgang sind wir oben, ergriffen geniessen wir das einmalige Panorama. Gegen Westen lugen die kleinen Nachbarinseln La Gomera, El Hierro und La Palma aus dem Meer, und im Osten grüsst die grosse Nachbarin Gran Canaria. Einen ähnlichen Ausblick kann man auch vom nahen Gipfel des Guajara (2715 m) geniessen. Die höchste Erhebung im Calderarand haben wir bereits zur Akklimatisation erstiegen. Die Rundwanderung vom Hotel Parador zum Gipfel bietet neben dem Blick zu den Nachbarinseln den schönsten Überblick über die Krater- und Lavalandschaft des Caiiada mit dem Teidegipfel darüber.

Der wilde Westen
Zwei Sonnenuntergänge an einem Abend? Das kann man bei der Autofahrt vom Teide-Nationalpark an die Westküste erleben, zuerst oberhalb, dann unterhalb der Wolkendecke! Die Strecke gehört zu den grandiosesten Autofahrten auf Teneriffa. Grüne Kanarenkiefern und die junge Vulkanlandschaft des Chineyro kontrastieren in allen Farben. Fast unbemerkt legt sich die Nacht darüber, in völliger Dunkelheit erreichen wir das abgelegene Berghaus Bolico im Teno-Gebirge. Im nahen Restaurant Meson del Norte erleben wir einheimische Gastfreundschaft. Der Kellner freut sich über unsern Hunger, schleppt Spezialitäten wie Papas arrugadas (runzelige Kartoffeln mit Salzkruste) oder Conejo Salmorejo (gebeiztes Kaninchen) an. Zum frischen Meerfisch wird mojo verde (eine Koreander-Sauce), zum Fleisch mojo rojo (eine scharfe Chflli-Sauce) serviert, und natürlich darf ein Glas Inselwein nicht fehlen.
Der nächste Wandertag beginnt direkt vor der Haustür. Sie führt über Teno Alto und den grandiosen Felsenweg des Risco-Steigs hinab ans Meer. Unterwegs treffen wir auf urtümliche Schluchtlandschaften und weite Hochflächen mit einsamen Ziegenherden. In Teno Alto kosten wir im Gasthaus ihren milden Käse, bevors nach Buenavista del Norte hinabgeht. Das nordwestlichste Inselstädtchen hat einen hübschen Dorfplatz mit typischer Mujédar-Architektur. Die einfach verputzten Häuser mit ihren prächtig verzierten Holzfenstern und -balkonen gehen auf die Mauren zurück. Die schönsten Beispiele ihrer prachtvollen Holzarchitektur finden sich in Orotava. Doch uns ziehts ins Bergdorf Masca, wo die Wanderung durch Teneriffas berühmteste Schlucht beginnt. Die Durchquerung des bis 500 Meter tiefen Canyons dauert drei Stunden und verlangt Kondition und Trittsicherheit. Einige Mitwanderer in unserer Gruppe sind froh, als wir nach dem abenteuerlichen Abstieg das Meer erreichen. Dort wartet das Schiff mit einem feinen Mittagessen, und auf der Rückfahrt nach Los Gigantes werden wir von Delfinen unterhalten.

Gut zu wissen

Auskünfte
  • Spanisches Fremdenverkehrsamt, Seefeldstrasse 19,8008 Zürich, Tel. 044 253 60 50, www.spain.info, zurich@tourspain.es
  • Tenerife Tourism Corporation, www.webtenerife.com oder www.tenerifenatural.com.
Geführte Touren
  • Der Einheimische Gregorio und seine Söhne bieten ab Puerto de la Cruz geführte Wanderungen auf der ganzen Insel an.
    Tel. 0034 922 383 500 oder www.gregorio-teneriffa.de.
Literatur
  • Rother Wanderführer "Teneriffa", Klaus Wolfsperger und Annette Miehle-Wolfsperger,
    ISBN-Nr. 3-7633-4016-5, Fr. 23.50.
  • Reise-Know-how "Teneriffa", Eyke Berghahn, Hans-R. Grundmann, Petrima Thomas,
    ISBN-Nr. 3-89662-197-1, Fr. 39.50.
  • "Teneriffa", Michael Müller Verlag, Irene Börjes, mit 16 Wanderungen,
    ISBN-Nr. 3-89953-110-8, Fr. 28.50.

Mit freundlicher Genehmigung von "Wanderland - das Magazin der Schweizer Wanderwege SAW